Entwicklung und Folgen von Technik und Informatik in der Pflege

Aktuelles

Nächstes Sektionstreffen am 24. November 2016 in Hannover

Am 28. und 29.04.2016 trafen sich 15 Sektionsmitglieder aus ganz Deutschland zum Austausch über die weitere Arbeit in der Sektion. Vertiefende Auseinandersetzungen mit relevanten Fragestellungen der Sektion über vier Arbeitsgruppen wurde intensiviert:

  • AG “Systematisierung”
  • AG “Nutzerakzeptanz”
  • AG “Neue Technologien in der Pflegebildung”
  • AG “Technikfolgenabschätzung”

Die Arbeitsgruppen organisieren ihre Arbeit jeweils eigenständig. Die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe kann bei Interesse über den Sektionskontakt angefragt werden (Sektion.EF-TIP@dg-pflegewissenschaft.de).

Sektion EFTIP

Die zunehmende Technisierung des Alltags ist ein Phänomen, das auch vor der Pflege nicht halt macht. Die elektronische Erfassung und Verarbeitung personenbezogener Daten gehört ebenso zum Alltag in pflegerischen Handlungsfeldern wie der Umgang mit Medizintechnik oder moderner Informations- und Kommunikationstechnologie. In jüngster Zeit werden technologische Entwicklungen explizit mit dem Ziel gefördert, älteren Menschen ein unabhängiges und selbständiges Leben bei drohender oder bereits bestehender Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen und diejenigen, die diese Pflege leisten, zu unterstützen. Welche Herausforderungen und Konsequenzen für die Pflege und Pflegewissenschaft mit diesen Entwicklungen einhergehen, ist bislang nur unzureichend diskutiert. Sie bilden daher die Grundlage der im Juli 2010 gegründeten Sektion „Entwicklung und Folgen von Technik und Informatik in der Pflege“.

Ziele der Sektionsarbeit

Die Sektion verfolgt das Ziel, sich mit der Bedeutung der vielfältigen, sich teils überlappenden, teils aber auch unabhängig voneinander vollziehenden technischen Entwicklungen für die Pflege und Pflegewissenschaft auseinanderzusetzen. Die Sektion geht in ihrer Arbeit von einem breiten Technikbegriff aus, der Fragen der Technikentwicklung, Techniknutzung und Technikbewertung ebenso umfasst wie die Fragen und Herausforderungen, die bei der Herausbildung sozio-technischer Systeme, also an der Schnittstelle von Mensch und Technik, entstehen. Berücksichtigt werden zudem die ethischen Aspekte, die sich durch den Technikeinsatz in der Pflege ergeben können.

Wichtige Aktivitäten der Sektion richteten sich bislang auf:

  • Schriftliche Stellungnahme zum Entwurf einer “Agenda Pflegeforschung für Deutschland” mit Vorschlägen zur Überarbeitung.
  • Mitarbeit an Schwerpunktheften “Pflege und Technik” der Fachzeitschrift “Pflege & Gesellschaft” (Heft 1/2015, Heft 4/2010)
  • Fachtagung “Technologieentwicklung in der Pflege – Herausforderungen für die Pflegewissenschaft”, 24.02.2012 in Osnabrück
  • Heuristische Systematisierung des Arbeitsgegenstandes:
Fragestellungen

Neben diesen Aktivitäten werden weitere Fragestellungen kontinuierlich bearbeitet:

  • Welche Annahmen über die Auswirkungen und den Nutzen technischer Anwendungen in der Pflege bestehen und wie gestalten sich diese bei einem kritischen Blick in die Realität? In welchem Ausmaß wird sich auf technische Unterstützung verlassen und wie wird mit technischen Artefakten umgegangen?
  • Welche Formen pflegerelevanten Wissens können durch technische Innovationen unterstützt werden?
  • Welche Kompetenzen auf Seiten der Pflegenden sind im Umgang mit Technik und Informatik erforderlich und wie lassen sich diese in den Curricula von Aus-, Fort- und Weiterbildungen berücksichtigen?
  • Welche Gestaltungsoptionen ergeben sich in pflegerischen Handlungsfeldern durch die Möglichkeiten der elektronischen Datenerfassung und welche Nutzungsmöglichkeiten resultieren daraus für die Pflegeforschung?
  • Welche Anforderungen sind an die Standardisierung von Daten und Prozessen und deren Verarbeitung zu stellen?
  • Wie wirkt sich Technik auf die Gestaltung von Lern- und Arbeitsprozessen, professionelle Wahrnehmung, professionelles Handeln und die Beziehung zwischen den Empfängern pflegerischer Leistungen und den professionellen Akteuren aus?
  • Welche Rolle spielen ökonomische Aspekte bei der Nutzung von Technik und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
  • Welche Anforderungen sind an technologische Entwicklungen zu stellen, die in pflegerischen Handlungsfeldern zum Einsatz kommen sollen?
  • Wie gestalten sich die technischen Entwicklungen und Anwendungen in der Pflege aus Nutzersicht und wie kann die Berücksichtigung der Nutzerperspektive sichergestellt werden?

Die Sektion versteht sich als Forum zur Vernetzung und Diskussion, das insbesondere auch Debatten um einschlägige pflegewissenschaftliche Forschung und entsprechende Programme der Forschungsförderung vorantreiben will. Dieser Anspruch soll auch durch die Organisation von Workshops und/oder Fachtagungen zum Themenbereich „Pflege und Technik“ unterstrichen werden, mit denen Diskussion zum Thema ein breiterer Raum gegeben werden soll.

Mitglieder der Sektion

Die Sektion besteht bislang aus Personen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Thematik befasst haben und ist offen für weitere Interessierte. Geplant sind vierteljährliche Treffen, die über den newsletter der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft bekannt gegeben werden.

Kontakt

Sprecherin der Sektion ist derzeit Prof. Dr. Anne Meißner (Fachhochschule der Diakonie, Bielefeld).

2015_Porträt Anne Meißner

E-Mail:

Sektion.EF-TIP@dg-pflegewissenschaft.de

 

Rückblick: DGP-Fachtagung „Technologieentwicklung in der Pflege – Herausforderungen für die Pflegewissenschaft“ am 24. Februar 2012 in Osnabrück