2006
“Die Lücke füllen” und “in Bereitschaft sein” – Kinder und Jugendliche als pfle…
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
“Die Lücke füllen” und “in Bereitschaft sein” – Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige
Metzing, S.; Schnepp, W.; Hübner, B.; Büscher, A. (Seite 351-373)
Zusammenfassung:
Hilfeleistungen im Fall von Krankheit und Pflegebedürftigkeit werden zu großen Teilen von Angehörigen erbracht, und es ist zu erwarten, dass zukünftig immer größere Teile der Versorgung und Betreuung in die häusliche Umgebung verlagert werden. Bei wachsender Zahl deutschsprachiger und internationaler Studien zur Situation erwachsener pflegender Angehöriger ist hierzulande nahezu nichts über Art und Umfang der Unterstützung und Pflege durch Kinder und Jugendliche bekannt. Diese Lücke in Deutschland zu schließen intendiert das hier beschriebene Forschungsprojekt1. In der qualitativen Studie wurden bundesweit halbstrukturierte Interviews (n = 81) in 34 Familien geführt, die von chronischer Erkrankung eines ihrer Mitglieder betroffen sind. Sampling und Datenanalyse erfolgte in Anlehnung an die Methode der Grounded Theory (Strauss/Corbin 1998, 1996). In der Ergebnisdarstellung werden Art und Umfang der von Kindern geleisteten Hilfen als “die Lücke füllen und in Bereitschaft sein” beschrieben und diskutiert.
Abstract:
Most care and support in case of illness and dependency is provided by family members, and an increase in home-care is to be expected in the future. With a growing body of research both international and national on the situation of adult family caregivers, in Germany hardly anything is known about the situation of children and teenagers who are involved into the care of their relatives. The current research project intends to fill this gap. Semi structured interviews (n = 81) have been carried out in 34 families, in which one member suffers from a chronic illness. Sampling and analysis follows the method of Grounded Theory (Strauss/Corbin 1998, 1996). The kind of care and to what extend it is delivered by children will be described by the phenomenon “bridging the gap and being alert” as first results of this study.
Die Unfasslichkeit der Gesundheit
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
Die Unfasslichkeit der Gesundheit
Schnell, M.W. (Seite 344-350)
Zusammenfassung:
Die Unfasslichkeit von Gesundheit: Gesundheit ist nicht einfach nur das Gegenteil von Krankheit. Während Krankheit durch Parameter, Normwerte und Daten bestimmt werden kann, ist Gesundheit eine unbestimmbare Andersheit, die im Vollzug der Existenz ihren schweigenden Sitz hat und als solche durch drei Feststellungen hindurch gewonnen werden kann: die Gesundheitsfalle, die Metaphern der Krankheit und die Normalität der Zitate.
Abstract:
The Incomprehensibility of Health: Health is not just simple the opposite of illness. While Illness can be fixed by parameters, norms and dates, health shows itself as an incomprehensible otherness, that has its quite place in the performance of existence. It can be intended through three fixations: the trap oh health, the metaphors of illness and the normality of quotation.
“Sperrt den Irren endlich weg!” – Der Psychiatrie-Diskurs in deutschen Printmed…
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
“Sperrt den Irren endlich weg!” – Der Psychiatrie-Diskurs in deutschen Printmedien und dessen mögliche Auswirkungen auf die psychiatrische Pflege
Rompe, C. (Seite 328-343)
Zusammenfassung:
Entwicklungen in der Psychiatrie und der Versorgung psychisch Kranker hängen in höchstem Maße davon ab, welche gesellschaftlichen Vorstellungen über die Krankheiten und ihre Ursachen bestehen und welche Einstellungen gegenüber abweichendem Verhalten vorherrschen. Der Artikel fasst eine umfassende Analyse des Psychiatrie-Diskurses in der B.Z. und im SPIEGEL zusammen und stellt dar, wie diese das Alltagswissen über die psychiatrische Versorgung und die Stellung der psychisch Kranken in unserer Gesellschaft prägen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, mit welchen Strategien Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch Kranker im medialen Diskurs erfolgen. Welche Bilder werden von Menschen mit psychischen Krankheiten und der Psychiatrie in den Printmedien vermittelt? Welche gesellschaftlichen Machtverhältnisse und sozialgeschichtlichen Hintergründe determinieren diesen Diskurs und wie wirkt er sich auf den gesellschaftlichen Umgang mit psychisch Kranken aus? In diesem Zusammenhang soll auch die Frage beantwortet werden, inwieweit psychiatrisch Handelnde, insbesondere psychiatrisch Pflegende, diesen Diskurs beeinflussen können.
Abstract:
Developments in psychiatry and the medical treatment of patients with psychiatric disorders are highly dependant on the pervading social conceptions (and stigmatism) of psychiatric illnesses and their causes, as well as societal attitudes towards deviant behaviour. This article summarises a profound analysis of the psychiatric discourse prevalent in the German newspapers B.Z. and SPIEGEL, how they shape the general everyday knowledge of psychiatric care, and the position or status of psychiatric patients in our society. The question at the fore is what strategies exist to effect the stigmatism and exclusion of people with psychiatric disorders through media discourses. Which images of the mentally ill and from psychiatric units are conveyed in print media? What societal power structures and historical backgrounds determine this discourse and how does it influence societal interactions with persons suffering from a mental illness? In this context, the answer should also be addressed as to what extent those receiving psychiatric care, and particularly those offering psychiatric care, can influence this discourse.
Zum Anteil des Normalismus an der Problematik von Selbstbestimmung und Eigen…
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
Zum Anteil des Normalismus an der Problematik von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung in der Biomedizin. Zehn Thesen
Link, J. (Seite 322-327)
Zusammenfassung:
In den zehn Thesen geht es um die Unterschiede zwischen sanktionsbewehrter Normativität und statistischer Normalität, ethisch-normativen Entscheidungen und normalistischer Akzeptanz, defensivem Risikomanagement und offensiver Risikostrategie und begründet die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von Normativisten, die sich der Menschenwürde verpflichtet fühlen und risikobewussten Normalisten.
Abstract:
In the ten theses the difference is explored between normativity protected by sanctions and statistical normality, ethically normative decisions and normalistic acceptance, defensive risk management and offensive risk strategy and the necessity is proven for a collaboration of normativists obliged to human dignity and risk-aware normalists.
Der “ethische Wert” des “eigenen Kindes”. Eine Analyse der bioethischen Disku…
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
Der “ethische Wert” des “eigenen Kindes”. Eine Analyse der bioethischen Diskussion um ungewollte Kinderlosigkeit und
Reproduktionsmedizin
Saborowski, M. (Seite 306-321)
Zusammenfassung:
In der bioethischen Diskussion um die Reproduktionsmedizin wird die ungewollte Kinderlosigkeit als behandlungsbedürftige und behandelbare Krankheit verstanden. Dieser Artikel fragt zum einen zurück, wie es dazu gekommen ist, dass der Anspruch auf künstliche Befruchtung uns heute so selbstverständlich erscheint. Die Arbeitsfrage lautet ferner: Wie funktioniert die bioethische Diskussion um die Zulässigkeit, Unzulässigkeit und Anerkennung der reproduktionsmedizinischen Verfahren? Verschiedenste Texte aus der Diskussion wurden analysiert und zentrale Strategien der Darstellung oder Verstellung von Problemen, die dort zu finden sind, werden beschrieben.
Abstract:
In discussions on the bioethics of assisted reproduction, involuntary is increasingly understood as an illness worthy of treatment and indeed even treatable. This article first reflects how it has come about today that the medical means to artificially reproduce has become so self-evident. Further questions addressed are: how does the discussion of bioethics on reproductive technologies negotiate what is permissible, what is inadmissible, and what is in compliance? Considering these questions, various texts contributing to this debate have been analysed. As result, the main strategies for presenting or even disguising related problems associated to this discussion topic are then described.
“Du und deine Gene” – Subjektivierungsprogramme und Verantwortungskonz…
11. Jahrgang
(4) – November 2006
Seite 289-384
ISSN 1430-9653
“Du und deine Gene” – Subjektivierungsprogramme und Verantwortungskonzepte in Gesundheitsratgebern
Lemke, T. (Seite 293-305)
Zusammenfassung:
In den letzten Jahren sind eine Reihe von Gesundheitsratgebern publiziert worden, die die Veralltäglichung genetischen Wissens dokumentieren. In diesem Beitrag werden einige dieser Bücher exemplarisch untersucht. Ziel der weitgehend deskriptiv verfahrenden Darstellung ist es, zwei zentrale Entwicklungstrends dieses Literaturgenres zu illustrieren. Zum einen wird die empirische Breite und Vielfalt von Existenzbereichen aufgezeigt, in denen genetisches Wissen helfen soll, Gesundheit und Wohlbefinden herzustellen. Das präsentierte Spektrum reicht von Wellness- über Ernährungs- bis hin zu Lebenshilferatgebern. Zum anderen soll die Analyse dreier Bücher eines ausgewählten Autors, deren Publikationsgeschichte sich von der Mitte der 1970er Jahre bis zum Beginn des neuen Jahrtausends erstreckt, eine historische Perspektive auf die medizinisch-genetische Ratgeberliteratur eröffnen und Verschiebungen von normativen Erwartungen und moralischen Konzepten in den Blick nehmen.
Abstract:
Recently, genetic knowledge has gained an increasing importance in medical advice literature. This article analyses some “guides to health” that ascribe a strategic position to genetic factors. It illustrates two central features that characterise this literature. Firstly, it demonstrates the plurality and heterogeneity of domains in which genetic knowledge presumably helps to achieve health and well-being covering wellness guides and books on nutrition as well as general self-help literature. Secondly, the analysis of three books published by one author between the mid-1970s and the beginning of the new century offers a historical perspective on the growing significance of genetic risks in medical advice literature. It also allows grasping transformations in normative expectations and moral concepts of a genetic responsibility during that period.
Zusammenhänge von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen mit …
11. Jahrgang
(3) – August 2006
Seite 195-285
ISSN 1430-9653
Zusammenhänge von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen mit Fehlzeiten und der Fluktuationsneigung bei Altenpflegekräften
Schmidt, K-H.; Neubach, B. (Seite 267-274)
Zusammenfassung:
Mit Pflegetätigkeiten sind sowohl körperliche als auch psychische Beanspruchungen verbunden. Während die situationsbezogenen Ursachen dieser beiden Beanspruchungsformen gut untersucht sind, ist wenig über deren Folgen für die Beschäftigten und die Pflegeeinrichtungen bekannt. Die vorliegende Studie analysiert diese Folgen auf der Grundlage von Fehlzeiten und der Fluktuationsneigung bei Altenpflegekräften. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nur von Formen psychischer Beanspruchung eigenständige und statistisch bedeutsame Einflüsse auf die Summe der Fehltage, die Abwesenheitshäufigkeit und die Fluktuationsneigung ausgehen. Körperliche Beschwerden tragen dagegen nicht zur Aufklärung der Fehlzeiten und der Fluktuationsneigung bei. Die Ergebnisse legen folglich nahe, insbesondere der psychischen Beanspruchungssituation von Altenpflegekräften verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Der Beitrag schließt mit der Diskussion einiger potenziell geeigneter Maßnahmen der Beanspruchungsprävention.
Abstract:
Biographieforschung – ein interessanter Weg für die Pflegeforschung
11. Jahrgang
(3) – August 2006
Seite 195-285
ISSN 1430-9653
Biographieforschung – ein interessanter Weg für die Pflegeforschung
Fesenfeld, A. (Seite 240-266)
Zusammenfassung:
Eine qualitative Studie zum Leib-Erleben von Frauen nach einer Brustamputation, die nach dem biographieanalytischen Vorgehen nach Gabriele Rosenthal durchgeführt wurde, macht deutlich, wie wichtig rekonstruktive Ansätze der Biographieforschung für Pflegeforschung und -praxis sind. In der Pflegeforschung eignet sich das Verfahren sehr gut, um Ansätze zur Konzeptentwicklung zu finden, Entwicklungen in der Pflegepraxis anzustoßen, bestehende Konzepte zu prüfen und das eigene berufliche Handeln zu reflektieren. Im pflegerischen Alltag könnten einzelne Elemente wie die narrative Gesprächsführung und eine grobe Analyse der daraus gewonnenen Erkenntnisse gewinnbringend eingebracht werden.
Abstract:
Evaluation von Pflegekursen: Stärken und Herausforderungen
11. Jahrgang
(3) – August 2006
Seite 195-285
ISSN 1430-9653
Evaluation von Pflegekursen: Stärken und Herausforderungen
Dörpinghaus, S. (Seite 223-239)
Zusammenfassung:
Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln (dip) konnte mit Fördermitteln der Bosch BKK erstmals bundesweit Pflegekurse nach § 45 SGB XI untersuchen. Im Zentrum des Förderprojektes standen die Entlastungs- und Unterstützungspotenziale für pflegende Angehörige und die Frage, ob die Gruppenschulungskurse auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind. Mit Hilfe eines triangulativen Ansatzes wurde der wenig erforschten Frage nachgegangen, wie sich die Situation von Pflegekursen für pflegende Angehörige und Kursleiter darstellt und wie sich dieses Unterstützungsangebot gestaltet.
Lücken und ungeeignete Handhabungen werden sichtbar, wo es um zielgenaue und niederschwellige Hilfsangebote im Bereich der Beratung und Unterstützung geht und eine vorwiegend pflegefachliche Qualifizierung der pflegenden Angehörigen angestrebt wird. Es konnte dargelegt werden, dass Pflegekurse positive Effekte u.a. auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität haben; Ansatz, Struktur und inhaltliche Gestaltung sind allerdings optimierungsbedürftig.
Abstract:
Prävention und Gesundheitsförderung als Konzepte der Pflege
11. Jahrgang
(3) – August 2006
Seite 195-285
ISSN 1430-9653
Prävention und Gesundheitsförderung als Konzepte der Pflege
Bartholomeyczik, S. (Seite 210-222)
Zusammenfassung:
In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Prävention und Gesundheitsförderung in der Pflege haben. Dafür werden zunächst Begriffe definiert, um dann festzustellen, dass die Definitionen letztlich unklar sind. Eine Analyse von Präventionsbegriffen in der Sozialgesetzgebung zeigt auf, dass es eine “babylonische Sprachverwirrung” gibt. Empfohlen wird, die Unterscheidung in unterschiedliche Präventionsarten aufzugeben, dafür aber zu verdeutlichen, dass präventive Maßnahmen und Gesundheitsförderung in allen Phasen von Gesundheit und Krankheit möglich und nötig sind.
Schließlich wird nachgewiesen, dass Prävention ein konstitutiver Bestandteil von Pflege ist, ohne den Pflege nicht ist. Das bedeutet aber auch, dass traditionelles Pflegehandeln erweitert werden muss, der Ressourcenbegriff theoretisch und praktisch bearbeitet werden muss und die Adressaten pflegerischen Handelns nicht nur auf der Individuenebene gesehen werden dürfen.
Abstract:
Integrierte Versorgung nach deutschem Muster
11. Jahrgang
(3) – August 2006
Seite 195-285
ISSN 1430-9653
Integrierte Versorgung nach deutschem Muster
Schaeffer, D.; Ewers, M. (Seite 197-209)
Zusammenfassung:
In den letzten Jahren wurden in Deutschland zahlreiche Initiativen zur Förderung der Integrierten Versorgung auf den Weg gebracht, vorrangig mit dem Ziel die unbefriedigende Effektivität und Effizienz des Versorgungssystems zu verbessern. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass diese Initiativen durch eine Reihe von Engführungen gekennzeichnet sind, auf die in diesem Beitrag hingewiesen wird. Gezeigt wird nicht nur, dass der Frage der Versorgungskontinuität – und damit der Patientenperspektive – in den aktuellen Reformbestrebungen sowohl auf politischer wie auch auf praktischer Ebene zu wenig Beachtung geschenkt wird. Auch die Bedeutung der professionellen Pflege für die Sicherstellung einer integrierten und kontinuierlichen Versorgung sowie ihre Potenziale zur Übernahme zentraler Steuerungs- und Versorgungsfunktionen werden in der integrierten Versorgung nach deutschem Muster unterbewertet. Als “caring profession” ist die Pflege im Interesse der Patienten herausgefordert, diese Engführungen zu überwinden und in der aktuellen Diskussion über integrierte Versorgung eine aktive Rolle zu übernehmen.
Abstract:
Podiumsgespräch: Pflegewissenschaft im paradigmatischen Diskurs …
11. Jahrgang
(2) – Mai 2006
Seite 99-192
ISSN 1430-9653
Podiumsgespräch: Pflegewissenschaft im paradigmatischen Diskurs – Bedeutung für das Pflegehandeln
Arnold, D. Kersting, K. Stemmer, R. (Seite 170-182)
Zusammenfassung:
Ein Fallbeispiel aus einer empirischen Studie wird vorgestellt, das eine alltägliche Pflegesituation im Krankenhaus darstellt. Diese Situation wird aus zwei unterschiedlichen theoretischen Perspektiven heraus analysiert. Die Position der kritischen Theorie fokussiert auf die strukturellen Bedingungen von Pflegearbeit sowie den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit; die poststrukturalistisch-feministische Position stellt die Bedeutung von Macht in der Pflegepraxis und Möglichkeiten zum Widerstand sowie die Hausarbeitsnähe des Pflegeberufs in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Abstract:
An exemplar based on empirical data concerning an everyday situation in nursing on a hospital ward is presented. This situation is analysed out of two theoretical perspectives. The position of critical theory focuses on the structural conditions of nursing, and on the tension between demands and reality; the poststructuralist-feminist position concentrates on the importance of power and possibilities of resistance in nursing practice, and on the close relation between nursing and housework.
Handlungstheoretische Reflexionsebenen in der Pflegedidaktik
11. Jahrgang
(2) – Mai 2006
Seite 99-192
ISSN 1430-9653
Handlungstheoretische Reflexionsebenen in der Pflegedidaktik
Fichtmüller, F. (Seite 157-169)
Zusammenfassung:
Die Sektion Bildung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft greift aktuelle Entwicklungen in der Pflegebildung kritisch auf. Mit diesem Artikel wird ein breiter Diskurs zum Handlungsbegriff in der pflegeberuflichen Bildung angeregt. Dazu werden nach einer theoretischen Herleitung Teile eines Instruments zur Analyse von Handlungsbegriffen vorgestellt. Dieses Instrument ermöglicht eine kriteriengeleitete Untersuchung des Handlungsbegriffs in verschiedenen pflegedidaktischen Konzeptionen, was exemplarisch aufgezeigt wird.
Abstract:
The working group education of the German Society for Nursing Science takes up current developments of the nursing education in a critical way. This article intents to start a broad discourse on the concept of action in the vocational education for nurses. In addition, after a short theoretical explanation parts of an instrument are presented to the analysis concepts of action. This instrument makes a criterion-led investigation possible of the concept of action in different didactical concepts for nursing, which is exemplary pointed out.
Probleme bei der Begutachtung von Kindern
11. Jahrgang
(2) – Mai 2006
Seite 99-192
ISSN 1430-9653
Probleme bei der Begutachtung von Kindern
Reisach, B.C. (Seite 151-156)
Zusammenfassung:
Bei der Begutachtung von Kindern im Rahmen der Pflegeversicherung kommt es gehäuft zu Widersprüchen gegen das Begutachtungsergebnis. Der dafür verwendete Erhebungsbogen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) unterscheidet nicht zwischen Kindern und Erwachsenen. Der Mehrbedarf eines kranken Kindes im Vergleich zu einem gleichaltrigen gesunden Kind ist nur unter Berücksichtigung vieler Einflussfaktoren zu beurteilen. Die in den Begutachtungsrichtlinien vorgeschlagenen Zeiten für die Versorgung eines gesunden Kindes je nach Alter beruht nicht auf wissenschaftlichen Ergebnissen. Die angesetzten Pflegezeiten werden einer individuellen Kinderpflege nicht gerecht. Kinder mit bestimmten Krankheiten werden durch die Begutachtungsrichtlinien benachteiligt. Auch fällt die Validität der Pflegebegutachtung bei körperbehinderten und geistig behinderten Kindern unterschiedlich aus. Im Erhebungsgespräch muss der Sachverständige bestrebt sein, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.
Abstract:
When children are assessed under the terms of care insurance the decisions of Assessors are overruled two to one. The assessment of nursing needs as carried out by the Assessment Branch of the Medical Insurance Companies (MDK) does not distinguish between children and adults. The increased demands of a sick child when compared with a healthy one can only be judged after the consideration of many factors. The time allocated for the care of healthy children is according to the Assessment Guidlines not based on scientific research. This time allowonce does not correspond to an individual child`s needs. Children with certain ilnesses are disadvantaged in the Assessment Guidlines and validity of care assessment for physicalls handicapped and mentally handicaped children differs. The Assessor must create an atmosphere of trust during assessment.
Erfolge und Probleme bei der Gutachtertätigkeit: Begutachtung von Menschen …
11. Jahrgang
(2) – Mai 2006
Seite 99-192
ISSN 1430-9653
Erfolge und Probleme bei der Gutachtertätigkeit: Begutachtung von Menschen mit Demenz
Haux, E. (Seite 141-140)
Zusammenfassung:
Die steigende Zahl von Menschen mit Demenz gibt den Impuls, die Begutachtungspraxis nach dem Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) für diese Pflegebedürftigen mit einem erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf zu betrachten. Beispiele aus der Beratungs- und Gutachtertätigkeit zeigen, wie stark die Interpretation des individuellen Pflegebedarfs divergiert. Selbst bei exakter Anwendung der Begutachtungsrichtlinien ist die Pflegezeit nach § 14 Abs. 4 SGB XI nicht ausreichend, Menschen mit Demenz mit Würde zu pflegen. Das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz (PflEG) ist weiter auszubauen im Sinne von Beratung, Anleitung, Schulung und Entlastung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz, um die Lebensqualität der Demenzkranken zu verbessern und die Gesundheit der Pflegenden zu fördern. Der personenzentrierte Ansatz nach Kidwood gibt allen an der Pflege und Betreuung beteiligten Berufsgruppen eine neue Sichtweise, das Personsein der Menschen mit Demenz zu erhalten.
Abstract:
The rising number of persons with dementia calls for an approach to those requiring nursing care which, in view of the evaluation practice according to the general nursing care insurance law (SGB XI), stresses their considerable need for general nursing care. Examples from counselling and assessment demonstrate wide variations in the interpretation of the individual need for nursing care. Even with a strict application of the evaluation guidelines, the nursing time allotted according to §14, section 4 SGB XI does not suffice for a dignified care for people with dementia. The amended nursing care services law (PflEG) requires further elaboration in relation to counselling, instruction, training, and relief of care-giving family members of persons with dementia, in order to both improve the quality of life of dementia patients and to foster the well-being of their caregivers. The person-centred approach by Kitwood offers a new perspective to all professionals involved in nursing and caring for these patients to help maintain the personhood of persons with dementia.
